Oberissigheim dürfte, als zu den Orten mit der Wortendung "heim" gehörend, in fränkischer Zeit entstanden sein. Die ursprünglich an der Schafbrücke, der früheren Verbindungsstraße zwischen beiden Orten, liegende Ansiedlung wurde durch ihre Bewohner wegen immer wiederkehrender Überschwemmungen teilweise auf die angrenzenden Hügel verlegt. So entstanden die beiden Dörfer Ober- und Niederissigheim. Im Jahre 1567 tauchte der Name Niederissigheim in seiner heutigen Schreibweise in einer Urkunde auf.
Der Dreißigjährige Krieg ließ beide Orte nicht verschont. Während dieser Zeit kam in Niederissigheim fast die Hälfte der Einwohner ums Leben, in Oberissigheim wurden, wie im Nachbarort, fast sämtliche Gebäude zerstört. Nach der Lamboyschen Belagerung Hanaus kehrten die geflüchteten Bewohner, die das Glück hatten zu überleben, zurück in ihre Dörfer und bauten diese wieder auf. Im Jahre 1738 wurde in Niederissigheim der Kirchenbau eingeweiht.
In den folgenden Jahren berichtet die Chronik über eine ruhige Entwicklung der Orte. Niederissigheim kam 1866 zu Preußen. Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte tiefgreifende strukturelle Veränderungen. Viele Vertriebene fanden vor allem in Niederissigheim eine neue Heimat. In Oberissigheim stieg die Einwohnerzahl, bedingt durch viele Evakuierungen aus dem Hanauer Stadtgebiet, zwischenzeitlich außergewöhnlich stark an. Damit ging aber die Struktur der reinen Bauerndörfer verloren, in Niederissigheim noch weitaus mehr als im benachbarten Oberissigheim. Beide Gemeinden wurden vorwiegend zu Wohnsitzorten. Oberissigheim zählte zum Zeitpunkt der Fusion mit Bruchköbel Anfang der Siebziger Jahre 1000 Einwohner, inzwischen ist diese Zahl auf rund 1600 angestiegen.
Trotz der Eingemeindung hat sich besonders Oberissigheim eine gewisse Eigenständigkeit bewahrt und richtete im Dezember 1998 sogar zum ersten Mal einen eigenen Weihnachtsmarkt in der Langstraße im alten Ortskern an der Kirche aus.
Quelle: Magistrat der Stadt Bruchköbel, eigene Recherchen